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1733

31.

Gerhard Tersteegen

Folgt man in Blindheit nur, o reine Liebe, dir, Wie so höchst sicher wandeln wir! Durchs Auge der Vernunft wir irren von der Straße, In dunkler Glaubensnacht wir wollen gehn ohn' Licht,

Obwohl es selten jetzt geschicht, Daß in dem schönen Weg man sich recht führen lasse. Den Sinnen trauet man, man glaubt nicht nackt und rein, Die Sinne uns verführ'n, die Lieb' führt recht allein;

Je mehr sie arm macht und entblößet, Je mehr sie alles nimmt und uns nichts übrig lässet, Je mehr das Herz kriegt weiten Raum: Es geht gerad' zum Ziel, nicht stolpert, wanket, treibet,

Sein Teil die reine Liebe bleibet, Dies ist's dem Herzen gar; sonst liebt's nicht oder kaum.

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31. · Gerhard Tersteegen · Poetry Cove