Skip to content
1733

24. Beschauung Gottes als die Sonne der Seelen

Gerhard Tersteegen

Das äußre Sonnenlicht ist da Und leucht't mir ins Gesicht; Gott ist noch mehr dem Geiste nah Mit seinem Lebenslicht.

Ach, wohn in mir, du Gottheitssonn', Mein Geist dein Himmel werd', Daß ich, o reine Seelenwonn', Werd' ganz in dich verklärt!

Wenn sich die Sonne offenbart, So weicht die Dunkelheit; Vertreib durch deine Gegenwart Die Sünd' und Eigenheit!

Du bist ein Licht und wohnst im Licht; Ach, mach mich licht und rein, Daß ich kann schauen dein Gesicht Und dir werd' ganz gemein!

Der Adler schaut gerade zu Die Sonne fröhlich an; Mein Geistesaug' eröffne du, Daß ich dich schauen kann!

Wer dich in deinem Licht erblickt In seiner Seele Grund, Gleichwie der Cherubim, gebückt, Dich ehrt zu aller Stund.

So laß mich wandeln, wo ich bin, Vor deinem Angesicht; Mein Tun und Lassen immerhin Sei lauter, rein und licht!

Dein Auge leite meinen Gang, Daß ich nicht irre geh'; Ach, bleib mir nah mein Leben lang, Bis ich dich ewig seh!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.