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1733

16. Herzensandacht in Kreuz und Leiden

Gerhard Tersteegen

Ich bin im Kreuz, was soll ich tun? Nur wie ein stilles Schäflein ruhn In Jesu Schoß und Willen. Ich küsse meines Freundes Hand,

Die mir das Kreuz hat zugesandt: Er will sein Werk erfüllen. Er fahre nur im Schmelzen fort! Mitleiden ist ein süßes Wort,

Ich leide nicht alleine; Sein Nahesein den Geist erquickt, Sein Einfluß Kraft und Gnade schickt, Auch wenn ich's selbst nicht meine.

Ich achte nicht des Kreuzes Pein, Kann ich nur dir gefällig sein, O Jesu, mein Verlangen; Du bist und bleibst die Liebe doch,

Ich lieb' dich auch am Kreuze noch, Mein Grund an dir bleibt hangen. Greif an, mein Herr, durch Kreuz und Leid Den tiefsten Grund der Eigenheit,

Das Ende wird's versüßen; Die Leidenshitze, die mich brennt, Verbrenne, Liebster, was uns trennt, Bis wir in eins zerfließen!

Ich geb' mich dir zum Opfer hin, Zu leiden in gelass'nem Sinn, Du weißt, ich bin der Deine; Nur schenk mir deine Gnad' und Huld,

Daß ich mag leiden in Geduld Und dich nur lieb' und meine! Du funkelreine Gotteslieb', Laß deine Kraft und sanften Trieb

Durchs Kreuz in mir sich mehren! Ich senke mich in dich hinein Und will dich auch in Kreuz und Pein Durch Stillesein verehren.

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