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1733

12.

Gerhard Tersteegen

Mein Gott, mein Liebster, denk, daß mir Die kurzen Tag' dem Schatten gleich vergehen; In diesem dunkeln Hause hier Kann mir, wenn dir's beliebt, ein schöner Tag aufgehen!

Dein Nahsein ist des Lichtes Bronn, Dein Fernsein macht, daß ich die Nacht nur finde; Gib vollen Glanz, du Gnadensonn, Erleuchte mein Gemüt, mein mattes Herz entzünde!

Bricht nur die Liebe meine Band', Dann sorg' ich nicht, noch vor dem Tod erblasse; Ist mir die Stunde unbekannt, Dem höchsten Gut ich dann nur mehr mich überlasse.

Mein Bräutigam, vergib, vergib, Es sind wie nichts, du weißt es, meine Tage; Dir überlass' ich mich, mein' Lieb', Als meine Stütze mich in meiner Schwachheit trage!

Zwar wenig Jahr' ich übrig hab', Doch kannst du sie wohl brauchen dir zu Ehren; Fällt einst mein Leichnam ein ins Grab, Dann preiset dich mein Herz ohn' End' mit jenen Chören.

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