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1709–1763

Uebersetzung der 31 Ode des ersten Buches aus dem Horaz.

Christoph Eusebius Suppius

Was fordert von Apollens Göttlichkeit Der Dichter? was ists, das er bittet? Da er ihm neuen Wein geweiht, Und solchen aus dem Becher schüttet;

Nicht aus Sardiniens fruchtbarer Länderey Ein hundertfältiges Getraide Nicht angenehmes Vieh, das fett geworden sey, Auf Calaberns erhitzter Waide

Kein Geld noch indisch Elfenbein, Nicht Aecker, die der Lir sanft läßt gewässert seyn. Der, den das Glück den Weinwachs hat beschert, Mag mit Calenschen Sicheln schneiden,

Die güldnen Becher seyn geleert Von eines reichen Kaufmanns Freuden, Vom Weine, welchen er vor syrisch Gut gekauft, Er, den die Götter selbst begnaden,

Indem er vier fünfmahl im Jahr zu Schiffe lauft, Das Meer besuchet ohne Schaden, Mich machen die Oliven satt, Endivien und ein erleichternder Sallat.

So laß mich denn, o Sohn der Latoe, Zu meinem künftigen Erspriessen, Was ich für mich bereitet seh, Ich bitte dich darum geniessen!

Und zwar mit völligem und nicht geschwächtem Geist; Auch daß du mich in alten Tagen Von dem, was schändlich ist, was lasterhaft, befreyst, Denn laß mich noch die Laute schlagen,

Damit nicht vor des Lebens Schluß Ich dieses grosse Glück dereinst entbehren muß.

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