Tröste dich, betrübtes Herze, Nun ist die Gefahr vorbey! Wisse, daß des Himmels Schwärze Keiner Welt mehr tödtlich sey,
Weil, was Luft und Himmel trübt, Der Natur das Leben giebt. Alle Wetter mögen rasen, Bis sich Baum und Wurzel hebt,
Zwey und dreyssig Winde blasen, Daß des Himmels Veste bebt! Fallen Wasser auf uns her, Kömmt doch keine Sündfluth mehr.
Jetzt erscheint der Regenbogen Mit der Farben bunter Pracht; Diesen Strich hat GOtt gezogen, Als Er einen Bund gemacht,
Daß kein langer Wolken-Guß Alles Fleisch mehr tödten muß. Ey! wie blick ich voll Vergnügen Dieses Gnaden-Zeichen an!
Weil des Höchsten Mund nicht trügen, Und mich hintergehen kann; Er gedenkt an seinen Bund, Dieses Zeichen macht es kund.
Schöpfer! Wie bist Du zu preisen, Daß Du so die Menschen liebst! Und, um deine Huld zu weisen, Diesen schönen Bogen giebst,
Der die ganze Welt belehrt, Daß die Sündfluth aufgehört. O! ich falle Dir zu Füssen, Wesen voller Majestät!
Weil Du mich dadurch läßst wissen, Daß dein Zorn fürüber geht, Und mein Herz versichert ist, Daß Du lieber gnädig bist.
Ach! ich danke deinem Nahmen, Gütigste Allgegenwart! Daß Du mich aus Adams Saamen Für dem Untergang gespart,
Und, da ich viel Schuld gehäuft, Durch die Sündfluth nicht ersäuft. Wenn das Wasser meiner Sünden Mir bis an die Seele trit,
Will der Hoffnung Trost verschwinden, So ergetze mich damit, Und laß deiner Gnaden Schein Einen Regenbogen seyn.
Menschenfreund! der alle Bäche Belials mit Blut bespritzt, Welcher bey der größten Schwäche Grosse Felsen aufgeritzt,
Deine Seite kommet mir Wie des Noah Kasten für. Heyland! wenn die frechen Sünder Deines Zornes Rechte straft,
Und die bösen Menschenkinder Zu den Schwefelbächen rafft, Soll der Tauben Augenschein Mir ein Regenbogen seyn.
Zittern einst des Himmels Säulen, Bricht der Erden Wunderbau, Ey da werd ich nicht verweilen, Bis ich Dich in Wolken schau,
Wo des Regenbogens Pracht Unter deinen Füssen lacht. Tröster der betrübten Seelen! Wenn mein Herz in Thränen schwimmt,
Und zu denen Felsenhöhlen Seine beste Zuflucht nimmt, Sey die Taube, die mir zeigt, Daß nunmehr die Fluth verseigt.
GoTT! groß über alle Götter! Dreymahl Ein, dem Dank gebührt! Schöpfer! Menschenfreund! Erretter! Der den Bogen aufgeführt;
Wetter schrecken mich nicht mehr, Dafür sey Dir Lob und Ehr. Welches Schrecken, Furcht und Beben, Angst, Verzweiflung, Traurigkeit,
Würden stets mein Herz umgeben, Wenn die Luft mit Regen dräut, Alle Stunden stellt ich mir Eine neue Sündfluth für.
Doch nun kann ich stetig trauen, Es ist oben sicher gnung, Deiner Allmacht Unterbauen Zeigt mir die Versicherung,
Die Du der erhaltnen Welt In den Wolken aufgestellt. Nach dem Zeichen will ich blicken, Wenn ich voller Aengsten bin;
Will der Himmel Wetter schicken, So dreh ich die Augen hin, Wo mir, eh ich noch vermeynt, Gnade, Trost und Hülf erscheint.
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