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1709–1763

Der Lobgesang Mosis.

Christoph Eusebius Suppius

Der HERR ist! Diesem will ich singen! Mein Loblied soll von Jhm erklingen: Denn Er hat eine That gethan, Die man nicht gnug erheben kann;

Der Kriegesheere, Rosse, Wagen Jetzt in das Meer gestürzet hat, Von diesem Wunder will ich sagen, Entzücket rühmt mein Geist die That!

Der HErr ist meine Kraft und Stärke, Mein Lobgesang preist seine Werke, Der HErr! der Höchste! GOtt! mein Heyl! O du mein auserwählter Theil!

Das ist mein GOtt! ich will Jhn preisen, Auch meines Vaters GOtt ist Er, Jhm will ich dankbar mich erweisen, Erheben will ich Jhn noch mehr!

Der HErr, das ist der rechte Streiter, HeRR ist sein Nahme! Wagen, Reiter, Des Pharaonis Macht, sein Heer Warf Er allein jetzt in das Meer,

Die Häupter, so sich der erlesen, Die Helden sah man erst noch hie, Nun aber sind sie da gewesen, Jm Schilfmeer dort versunken sie.

Die Tiefe deckt sie diese Stunde, Sie fielen allesammt zu Grunde, Wie Steine plötzlich und geschwind Jm Wasser untergangen sind;

Herr! was für übergrosse Wunder Verrichtet deine rechte Hand! Die Feinde hat sie erst jetzunder Begraben in des Meeres Sand.

Die Widersacher sind gestürzet, Die Raserey ist abgekürzet Durch deine grosse Herrlichkeit, O HErr GOTT! mächtig in dem Streit!

Indem Du deinen Grimm ausliessest, War ihre Macht schon umgekehrt, Eh Du Dich noch gewaltig wiesest; Wie Stoppeln hat Er sie verzehrt.

Du bliesest, und die Wasser flohen, Allmächtiger! vor deinem Drohen, Die Fluthen stunden in dem Lauf, Und hielten ihre Wellen auf,

Es wallete die grosse Tiefe Ganz von einander in dem Meer, Weil das Gewässer nicht mehr liefe; Wie Berge stund es um uns her.

Da sprach das feindliche Verlangen: Nun jag ich nach, und will sie fangen, Nun ist in meiner Hand ihr Gut; Ich aber kühle meinen Muth,

Und meine Hand soll sie verderben, Ich ziehe das gewetzte Schwerd, Durch dieses soll der Haufe sterben, Nichts anders ist die Rotte werth.

Allein da bliesen deine Winde, Und gleich bedeckte dieß Gesinde Das Meer, so über sie sich goß, Und wieder als vorhero floß;

Jhr plötzlich Sinken war noch grösser, Jhr Untergang geschwinder fast, Als Bley im mächtigen Gewässer, Mit aller seiner schweren Last.

Wer ist Dir gleich, GOtt! unter Göttern? Wer gleichet Dir von Wunderthätern? Herr! wo ist Dir wohl iemand gleich? An unumschränkter Macht so reich?

Wen kan man wohl so heilig nennen? Wer ist so schrecklich als wie Du? Wer wird so löblich handeln können, Wer richtet solche Wunder zu?

Du streckest die sonst milde Rechte, O weh dir, feindliches Geschlechte! Wo seyd ihr, die das Schwerd gezuckt? Die Erde hat sie schon verschluckt;

Du hast dein Jsrael geleitet, Das Du so wunderbar befreyt, Und hast durch Stärk ihr Haus bereitet, Sie wandeln durch Barmherzigkeit.

Die Völker hören dieß! sie beben! Philister sind mit Angst umgeben! Die Fürsten Edom schreckt die Post! Und alle wissen keinen Trost!

Die Starken Moab seh ich zittern, Die Völker dort in Canaan Sind, wegen Furcht vor Ungewittern, Mit Feigheit sämmtlich angethan.

Zeig deinen Arm zum Schrecken allen! Laß deine Furcht sie überfallen! Sie müssen dadurch wie ein Stein Erstarrt und kalt geworden seyn,

Bis, HErr! dein Volk in seinem Gange Zu der ihm vorbestimmten Rast In Sicherheit hindurch gelange, Dein Volk, das Du erworben hast.

Dieß sey hinführo dein Gewerbe, Bring sie hinein! in deinem Erbe, Auf jenem Berge, welchen Du, Herr! ausersehn zu deiner Ruh,

Da pflanze sie der Macht zum Ruhme, Die stets von deiner Grösse spricht, Zu deinem schönen Heiligthume, Das deine Hände zugericht.

Der HErr ist unaufhörlich König; Es ist Jhm alles unterthänig, Und ewig wird sein Reich bestehn, Auch nicht wie Pharao vergehn;

Er zog mit Wagen, Reitern, Rossen Ins Meer, da gab der HErr Befehl, Daß es sich über sie ergossen, Und trocken blieb vor Jsrael.

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