Edler Saft! dich soll ich missen! Bohnen-Trank! du wirst mir nun Auf wie lange Zeit entrissen, O! wie werd ich ängstlich thun!
Bey dem bangen Seigerschlage Wird die wiederholte Klage In der Einsamkeit allein Mein betrübter Tröster seyn!
Braunes Labsal! Balsam-Tropfen! Meiner Seelen Elexir! Machst du andern Herzens-Klopfen, O! wie wohl bekamst du mir!
Gleich, sobald ich dich getrunken, War auch alles Leid versunken, Weil dein Wasser immerdar Meiner Grillen Sündfluth war.
Wie entzückend war das Sehen, Wenn ich mir die ganze Welt, Bey dem Auf- und Niedergehen, Jm Coffee-Tisch fürgestellt!
Du gefielst mir auf die Weise, Wie Ulyssen nach der Reise Jener Rauch aus Jthaka, Wenn ich deine Dünste sah.
Jhr seyd Ursach, liebste Bohnen! Daß ich öfters nachgedacht, Wo doch jene Völker wohnen, Da man euch hervorgebracht;
Araber und kluge Türken! Hört, was eure Früchte wirken! Denn ihr Saft, wenn sie gebrannt, Führet mich in euer Land.
Habet Dank, ihr lieben Leute, Die ihr euch für mich bemüht; Eure Wohlthat spühr ich heute In dem wallenden Geblüt.
Doch, ihr Freunde! laßt euch rathen! Schickt ihr euch zu neuen Saaten, So laßt einen Acker leer, Ich will keine Bohnen mehr.
Die ihr auf beschwerten Bretern Solche wunderschöne Frucht, Ohne Furcht vor Donnerwettern, In den Morgenländern sucht,
Jhr habt mich bisher versehen, Laßt euch nun die Lust vergehen, Macht das Schiff nicht mehr so voll, Weil ich künstig fasten soll.
Ist es möglich? soll ich glauben, Daß P ‒ ‒ mich dieser Lust Denkt auf ewig zu berauben? O hätt ich das Ding gewußt!
Eolus, der Herr der Winde, Hätte mir, als seinem Kinde, Einen lauen West geschickt, Der mich in mein Land gerückt.
Pfeife, rauchender Gefehrde! O! wie wird es um uns stehn, Wenn ich mit dir schelten werde, Da ich dich soll müssig sehn!
Doch, ich kenne deinen Willen, Du vertriebest mir die Grillen; Aber, denk auf Fall und Sturz, Brich! mir fehlet Coffee! kurz!
Leute! macht kein solch Getöse! Heute bin ich voll Verdruß, Eigensinnig, zornig, böse, Weil ich Coffee missen muß;
Freunde! haltet mir zu gute, Wenn bey unterdrücktem Muthe Mein sonst aufgeweckter Geist Euch die schwarzen Zähne weist.
Fort, ihr Bücher! weg Gedanken, Die ihr mich sonst aufgeweckt! Mir geschieht wie denen Kranken, Die der Kummer hingestreckt!
Hänge, Leyer! springt, ihr Sayten! Mich gelüstet nach den Zeiten, Da ich mit Coffee erqvickt, Was das Herzeleid erstickt.
Wie? was steigt mir in die Nasen? Welch ein lieblicher Geruch Wirkt in mir ein kützelnd Rasen? O! itzt ändert sich der Spruch!
Angenehme Botschafts-Füsse! Kommt, und macht die Stunden süsse, Gnug, mein letzter Groschen klingt, Da ihr mir mein Labsal bringt.
Hört ihrs, Brüder! lasst es bleiben! Lasst die Aecker, wie sie sind! Die ihr Handlung pflegt zu treiben, Euch verfolge guter Wind;
Anders hab ich mich besonnen, Weil die Hoffnung Krast gewonnen, Daß ich, was mir Guts gethan, Künftig noch geniessen kann.
Kommt, ihr Bücher! lustig, Grillen! Schwärmet! neue Pfeifen her! Gram und Kummer lässt sich stillen Durch dieß fliessende Gewehr!
Bey Verlust des Theils am Erbe! Kinder! wenn ich einsten sterbe! Lasst mein Grab und Leichenstein Rund, wie der Coffeetisch seyn.
Sollt ich auch die Strümpfe missen, Gnug, der Coffee schmeckt mir nun! Ist es hie und da zerrissen, Kann ich mir nur gütlich thun!
Findet bey dem Glockenschlage Sich in Zukunft Noth und Plage, Gebt mir Coffee! der allein Soll mein bester Tröster seyn.
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