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1709–1763

Der 65 Psalm.

Christoph Eusebius Suppius

Die Andacht lobet in dem Stillen Zu Zion Dich, den grossen HErrn, Was sie gelobt, will sie erfüllen, Dir GOTT bezahlt sie solches gern;

Jhr heisses Flehn, ihr brünstig Beten, Barmherziger! erhörest Du, Drum kommt die Noth vor Dich getreten, Es naht sich alles Fleisch herzu.

O! machten uns doch unsre Sünden Nicht roth in deiner Gegenwart! Bey uns ist Missethat zu finden! Sie drücket uns! ach! wie so hart!

Sey ausgesöhnt durch wahre Reue, Die Busse ruft: Vergieb! Geduld! Stell ins Vergessen! o verzeihe! Erlaß uns doch die Sündenschuld!

Glückseelig! welchen Du erkohren, Daß er darf näher zu Dir gehn, Zu wohnen inner deinen Thoren, In heilgen Höfen sich zu sehn;

Welch reichen Trost hat er zu hoffen, Der Auserwählte, dieser Mann! Der deinen Tempel immer offen Und Dich in Andacht schauen kann.

Erhörung wollest Du uns senden, Jhr Zepter werd auf uns geneigt Aus denen so gerechten Händen, Die sich ganz wunderbar bezeigt;

GoTT, unser Heyl! den wir erheben, Der Erdenkinder Zuversicht, Der fernen Völkerschaft Bestreben, Die sich am Weltmeer eingericht.

Der durch sein kräftiges Befehlen Die Berge feste setzen kann, Die seine hohe Macht erzehlen, Womit Er ewig angethan,

Der Meere Wasserwogen Brausen Der Wellen Toben hör ich zu; Empörte Völkerschaften sausen; Allmächtiger! das stillest Du!

Dieß alles sehn die Nationen, Die in demselben Himmels-Strich Und dort an jenen Enden wohnen, Sie sehn es, und entsetzen sich,

Sie sehen deine Wunderzeichen, Die unumschränkte hohe Macht, Erschrocken stehn sie da wie Leichen, Und sprechen: Wer hat das gedacht!

Du bleibest aber auch hingegen Der Ursprung aller Fröhlichkeit, Was sich vor Creaturen regen, Die machet deine Hand erfreut,

Von Freuden sind sie früh schon trunken, Jhr Lobgesang ertönt Dich da, Und wenn das Tagelicht gesunken, So schallt noch ihr Halleluja!

HeRR! deine wundergrosse Milde Besuchet oft das dürre Land, Begiesset Fluhren und Gefilde, Wie reich wird denn ihr fetter Stand!

In GOttes vollem Brünnlein qvillen Die Segens-Wasser immerdar, Getreyde muß die Hufen füllen, So baut das Land dein gutes Jahr.

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