Poeten wird es öfters schwer, Ein wohlgefällig Werk zu schmieden, Sie haben keine Venus mehr, Und endlich altern die Cupiden,
Ja zu Vermehrung ihrer Noth Sind keine Götter mehr vorhanden, Die ihnen sonsten beygestanden, Herr Phöbus ist erblaßt und todt,
Verjaget sind die Pierinnen, Wo soll die Poesie nun neue Zeuge spinnen? Jhr Feuer hab ich nie gefühlt, Mir hat noch keine Hipokrene
Die halbe Raserey gekühlt, Ich kenne nur die schlechten Töne, Die ruf ich auf dem Haber-Rohr, Auf Bergen, blumenreichen Hayden,
Bey Flüssen, wo die Heerden weyden, Durch die Natur gereizt, hervor, Da hören denn die Westenwinde In meinen Liedern an, wo ich die Tugend finde.
Und denen will ich heute noch Von einer Hochzeitfreude singen, Der Tugend Lob ist mir zu hoch, Das kann nur aus Trompeten klingen;
Ein adlich Paar vermählt sich hier, Und wird sich selbsten zur Belohnung, Dort, seht es in der Tugend Wohnung, Glückseeliges! der HErr mit Dir!
Wer sieht es, wer hört von ihm heute, Der nicht zugleich auch ruft: o zwey beglückte Leute! Ganz recht! dieß auserwählte Paar Hat allbereits sein Ja gegeben,
Es will von nun an immerdar Einander zu gefallen leben; Zufriedenheit, die Königin Erhabner Herzen und Gemüther,
Eröffnet ihnen wahre Güter, Und giebt sich ihnen selbsten hin, Um heut in Beyderseits Vertrauen Auf ihre Lebenszeit ein Eden zu erbauen.
In einer reinen Gluth entbrannt, Die erst von oben angezündet, Fügt itzt die treue Hand in Hand, Die holde Eintracht fest verbindet,
Ein immerwährend Wohlergehn Wird durch die Folge langer Zeiten Sie durch manch Jubeljahr begleiten, Der Ursprung ist ja viel zu schön,
Als daß ihn nicht die Ehrfurcht priese, Er und die Menschlichkeit stammt aus dem Paradiese. So höre mich denn, We stenwind! Jhr stillen Thäler! milde Fluhren!
Wo Fried und Eintracht Freunde sind, Und von den güldnen Zeiten Spuhren; Euch sey mein Lustgesang vertraut! Will man aus lauter schönen Bildern
Dereinsten was vollkommnes schildern, Gut! alles ist in einer Braut, Der Sanftmuth, Keuschheit, Demuth Minen Sind ihr, als Gratien im Angesicht erschienen.
Befehlt ihr noch Bescheidenheit? Noch ein gelassenes Bestreben? Die Tugend aus der güldnen Zeit? Die Unschuld von dem Schäferleben?
Wie die Poeten nicht verhehlt Mit ihrem malerischem Lichte, Wie sie die Göttin der Geschichte Als fabelhaft euch vorerzehlt,
Und glaubt ihr alles zu verbinden, Hier ist es in der That! nein! hier ist mehr zu finden! Gesegnet ist derselbe Mann, Der sich an einer solchen Frauen
Glückseelig werden sehen kann, Und ihr sich gänzlich anvertrauen, Gesegnet aber ist auch nun, Die kann von Seebachs Liebe sagen,
Die Er wird auf den Händen tragen, Mit der so schön, so sanfte thun, Er, dessen Eigenschaften singen, Mich heut u. morgen noch würd ausser Odem bringen.
Für solch ein auserlesen Paar, Das man so herrlich siehet glänzen, Bedünket mich, sind funfzig Jahr Nicht eben allzuweite Gränzen,
Wo jeder Frühling sie verjüngt, Die Sommer Erndten prophezeyen, Die Herbste sie mit Frucht erfreuen, Der Winter neue Wonne bringt,
Indem sie an zu zählen fangen, Seit wenn ihr Bündniß nun zum ersten eingegangen. Seht! schon Herr Februarius Der Monat mit dem Kohlentopfe
Lacht bey vollzogenem Entschluß Für Freuden selbst, winkt mit dem Kopfe, Denn Mager kam bereits herbey, Drum fieng er an sich zu betrüben,
Doch da er höret, daß dem Lieben Hier heut der erste Fleischtag sey, So schimmert er mit frohem Lichte, Und weiset dieser Fluhr kein holprichtes Gesichte.
Zwey theure Väter sind vergnügt, Ein Mutterherz fühlt zarte Triebe, Ob dem, was GOtt zusammen fügt, Und bey so werther Kinder-Liebe!
Ach! schickte sich mein niedrig Lied, So müßt ich auch von zweyen Helden, Und ihren grossen Thaten melden, Die man hier höchsterfreuet sieht,
Doch halt! die Poesie vermeynet, Daß dermaleinst für sie noch ein Horaz erscheinet. O Himmel! ja! du wollest nur Ein solch Verbündniß benedeyen,
Jhr Schäfer dieser stillen Fluhr! Noch heute müßtet ihr im Reyhen, Das beste Lied im höhern Chor Wär uns hier nicht zu gut gewesen,
Doch, wenn wir wieder Trauben lesen, So soll und muß es noch hervor, Ich will es euch voritzo schenken, Das hohe Braut-Paar hat genug mit sich zu
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