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1709–1763

Auf eben dieselbe. J. f. N.

Christoph Eusebius Suppius

Wo noch auf steilen Klippen, Um Naumburg. Von frischem Most erhitzt, Mit rothgefärbten Lippen Der Reben Vater sitzt;

Wo er auf manchen Höhen, Mit hönisch bitterm Schmähen, Der Wassertrinker lacht, Die unter seinen Füssen

Der Saale schmeicheln müssen, Daher wird dieses Blatt gebracht. Von einem Ost getrieben Kommt es in diese Fluhr,

Wo sich zwey Seelen lieben, Und uns heisst die Natur, Da sie sich heut verbinden, Ein Opfer anzuzünden

Auf diesem Feuerherd; Gott, Wahrheit, Wein und Tugend, Die ewiggrüne Jugend Der Freundschaft heißt uns liebenswerth.

Wir stimmen unsre Leyer, Und singen dieses Lied Bey dieser Hochzeitfeyer Mit frölichem Gemüth;

Du Gott der Dichtkunst, führe Dieß Werk, komm bald und rühre Du selbst die Saiten wohl! Der Inhalt vom Gesange

Sey auch nach Laut und Klange Entzückend, rein, begeistrungsvoll! Wie? sehn wir nicht die Liebe, Wie sie vom Himmel steigt,

Mit auserwähltem Triebe, Und ihren Zepter neigt? Sie kommt! mit Lust und Scherzen, Die Königin der Herzen,

Die Mutter aller Welt, O komm! die man gern schauet, Hier ist für dich gebauet, In Herzen, wo es dir gefällt.

Besteige deine Thronen Mit unumschränkter Macht, Bey denen zwey Personen, Die in dein Reich gebracht,

Bey den verbundnen Beyden, Die keine Welt nun scheiden, Kein Unfall trennen mag; So ist ihr künftig Leben

Von deinem Schutz umgeben Ein immer neuer Hochzeittag. Gesellschaft kann nicht fehlen, Die deiner Hoheit werth,

Dieweil in ihren Seelen Viel Tugend eingekehrt; Was manche Dichter preisen, Und uns als Muster weisen,

Wo es daran nicht fehlt, Ist kaum soviel zu nennen, Als du da wirst erkennen, Daß hier bescheiden wird verhehlt.

O! schütte deine Segen Doch über Jhnen aus! Sey sichtbarlich zugegen, Und laß um Beustens Haus,

In seiner Seebach Leben, Den Weinstock voller Reben, Zu unsrer Wonne sehn; Wie wollen wir uns freuen!

Und jedes Jahr von neuen Den Tag mit Herzenslust begehn. Auch zünde ihre Herzen Zur Freundschaft ferner an,

Bey ihren Hochzeitkerzen, Mach sie uns zugethan, Damit bey frohen Tagen Zwey Herzen für uns schlagen,

Die deine Hand vermählt, Dieweil man dich hiernieden Für Kayserin vom Frieden Und für der Freundschaft Göttin hält.

Fort! her den Saft der Reben! Den Stifter mancher Lust! Das neue Paar soll leben! Es lebt in unsrer Brust!

Entzückende Gedanken! Die gelben Geister schwanken, Die gar kein Wasser trübt! Gott, Tugend, Liebe, Wahrheit,

Ein gut Glas Wein in Klarheit, Und Freundschaft bleibt von uns geliebt.

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