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1834

[Venedigs Tochter mit dem schönsten Busen]

Moritz von Strachwitz

Venedigs Tochter mit dem schönsten Busen, Wie sie gemalt die Kunst des Veronesen, Was ist für Dich der fremde Sohn der Musen? Ich sage Dir, es ist ein Tag gewesen,

Wo nicht umsonst mich so Dein Aug' betrachtet, Das Köstlichste hätt' ich herausgelesen! Ich weiß recht gut, wenn's im Canale nachtet, Wie man sich schwingt zu maurischen Geländern,

Wo hinter Blumen solch ein Auge schmachtet! Süß ist es dann ins Meer hinauszuschlendern, Und Stirn an Stirn im Mondenstrahl zu stützen: – Die Lieb' ist schön in diesen schönen Ländern!

Du siehst indes das Ruder Perlen spritzen Und leichter Seewind kühlt der Wange Flamme; – Doch all den Reichtum darf ich nicht besitzen! Es ist ein kaltes Land, woher ich stamme,

Und kalte Augen werden mich begrüßen, Doch sieh! schon liegt mein Schiff am Hafendamme! Mein Herz will möwengleich durch Meere schießen, Und über Alpen kriecht es auf den Knieen,

Damit's daheim getreten sei mit Füßen – Doch mir, Signora, sei von Dir verziehen!

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