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1834

Nieder, nieder!

Moritz von Strachwitz

Nieder, nieder, stolzes Herz! Wie du auch im Sturme flutest, Wie du ringst, und wie du blutest, Dennoch mußt du niederwärts!

Sahst du auch nach langen, kühnen Zügen durch das wüste Meer, Sahst du auch das Ufer grünen, Du erreichst es doch nicht mehr!

Nieder, nieder, stolzes Herz! Hast du früher lindbefeuert Auf Morganas Kahn gesteuert, Dennoch mußt du niederwärts!

Was dein kühnster Traum erdichtet, Es erscheint dir sonnenklar; Doch – das Traumbild ist vernichtet Und die Wahrheit unnahbar!

Nieder, nieder, stolzes Herz! Hast du sonst von Mut gelodert, Kampf geatmet, Kampf gefodert, Dennoch mußt du niederwärts!

Deines Himmels ehr'ne Mauern Sind zu steif für dein Gelüst, Und du kannst es nur betrauern, Daß du noch nicht Asche bist!

Nieder, nieder, stolzes Herz! Feurig wollen, trotzig ringen, Untergehn und nie vollbringen, Ist der alte, große Schmerz! –

Was das Leben nie verziehen, Wird im Tode Wort und Klang. Blute drum in Melodieen, Jeder Tropfen ein Gesang!

Blute, blute, stolzes Herz! Aus der Brust geheimsten Seeen Laß den Strom der Liebe wehen, Laß ihn brausen, wundes Herz!

Laß ihn rinnen und verrinnen; – Eh' er tot im Meere ruht, Fällt vielleicht von stolzen Zinnen Eine Träne in die Flut!

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