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1834

Mein altes Roß

Moritz von Strachwitz

Mein altes Roß, Mein Spielgenoß, Was siehst Du mich wiehernd an? Deine Sehne, wie lahm,

Meine Seele, wie zahm, Wir reiten nicht mehr hindann! Du schüttelst Dein Haupt, Deine Nüster schnaubt!

Ich glaube, Du träumst, Kamerad: Wir fliegen zusamm' Übern Bergeskamm, Den alten geliebten Pfad!

Ein knarrendes Tor, Du scharrst davor, Deine schäumende Stange tropft! Ein rauschend Gewand,

Eine weiße Hand, Die den funkelnden Hals Dir klopft! Es stäubt der Kies, Schlaf' süß, schlaf' süß,

Und hinaus in die blauende Nacht! Auf tauigem Rain Im Mondenschein, Dahin mit Macht, mit Macht!

Verhängt den Zaum, Im Herzen ein Traum, Auf der Lippe den letzten Kuß; Dumpfhallender Huf

Und Wachtelruf, Und fern ein rauschender Fluß! Der Nachtwind haucht, Das Mondlicht taucht

In das silberwogende Korn. Voll blüht der Mohn, Und mit schläfrigem Ton Flüstert der Hagedorn!

Einen letzten Blick Zurück, zurück Auf der Liebsten schlafendes Haus! Mein Kamerad,

Wie schad', wie schad', Das Alles, Alles ist aus! Mein Kamerad, Den geliebten Pfad,

Den hat verweht der Schnee! Und das Tor verbaut Und verloren die Braut, Und mein Herz so weh, so weh!

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