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1834

[Du wunderschöne Schlanke]

Moritz von Strachwitz

Du wunderschöne Schlanke, Dir biet' ich all mein Herz, Dies stolze, liebeskranke, Glutschmachtende Dichterherz.

Wohl möcht' ich es gern umschlingen Mit Blumen aus Oft und Süd, Zu deinem Preise singen Ein hohes, hehres Lied.

Ein Lied, das unermeßlich Von Klang zu Klange schwebt, Ein Lied, das unvergeßlich Von Lippe zu Lippe bebt.

Ein Lied, drin Nebeldüster Mit Himmelsbläue sich eint, Ein Lied, drin Blumengeflüster Ins Waldesgebrause weint.

Drein möcht' ich verweben, verzweigen, Den ganzen tönenden Drang, Verstummen darauf und schweigen All, all mein Leben lang.

Doch wenn ich zum stolzen Vermessen Mich stolz zusammengerafft, Entgaukelt mir unterdessen Die ganze Gesangeskraft

Es ist ein einz'ger Gedanke, Der stiehlt mir Lied und Herz: Du wunderschöne Schlanke, Dir biet' ich all mein Herz.

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