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1817–1888

Im Herbste.

Theodor Storm

Am Himmel steht ein falber Schein; Du schauerst leis, und drückst dich fester In deines Mannes Arm hinein. Was nun von Halm zu Halme wandelt,

Was nach den letzten Blumen greift, Hat heimlich im Vorübergehen Auch dein geliebtes Haupt gestreift. Doch reißen auch die zarten Fäden,

Die warme Nacht auf Wiesen spann — Es ist der Sommer nur, der scheidet; Was geht denn uns der Sommer an! Du legst die Hand an meine Stirne,

Und schaust mir prüfend in's Gesicht; Aus deinen milden Frauenaugen Bricht gar zu melancholisch Licht. Erlosch auch hier ein Duft, ein Schimmer,

Ein Räthsel, das dich einst bewegt, Daß du in meine Hand gefangen Die freie Mädchenhand gelegt? O schaudre nicht! Ob auch unmerklich

Der schönste Sonnenschein verrann — Es ist der Sommer nur, der scheidet; Was geht denn uns der Sommer an!

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Im Herbste. · Theodor Storm · Poetry Cove