Liegt todt und öd' ein niedrig Haus;
Der Epheu steigt das Dach hinan,
Waldvöglein stiegen ein und aus.
Und drin am blanken Eichentisch
Verzaubert schläft ein Mägdelein;
Die Wangen blühn ihr rosenfrisch,
Auf den Locken wallt ihr der Sonnenschein.
Die Bäume rauschen im Waldesdicht,
Eintönig fällt der Quelle Schaum;
Es lullt sie ein, es läßt sie nicht,
Sie sinket tief von Traum zu Traum.
Nur wenn im Arm die Zitter klingt,
Da hell der Wind vorüberzieht,
Wenn gar zu laut die Drossel singt,
Zuckt manchesmal ihr Augenlied.
Dann wirft sie das blonde Köpfchen herum,
Daß am Hals das güldene Kettlein klingt;
Auf fliegen die Vögel, der Wald ist stumm,
Und zurück in den Schlummer das Mägdlein sinkt.