Verjährtes Leid ließ nimmer dich genesen;
Die Mutterfreude war für dich zu schwer,
Das Leben war dir gar zu hart gewesen. —
Er saß bei dir in letzter Liebespflicht;
Noch eine Nacht, noch eine war gegeben!
Auch die verrann; dann kam das Morgenlicht.
Mein guter Mann, wie gerne wollt' ich leben!
Er hörte still die sanften Worte an,
Wie sie sein Ohr in bangen Pausen trafen:
Sorg' für das Kind — ich sterbe, süßer Mann.
Dann halbverständlich noch: Nun will ich schlafen.
Und dann nichts mehr; — du wurdest nimmer wach,
Dein Auge brach, die Welt ward immer trüber;
Der Athem Gottes wehte durch's Gemach,
Dein Kind schrie auf, und dann warst du hinüber.