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1773

6. An den Abendstern

Friedrich Leopold Graf zu Stolberg

Ehmals winktest du mir, Führer des schweigenden Abends, Freuden herab, kurz, wie sie Sterblichen Lächeln, farbigen Blasen Ähnlich, hauchender Weste Spiel!

Zwar mir waren sie wert, wert, wie dem dürstenden Weizenhalme der Tau! aber sie schwanden bald! Selten blicket dein Auge Nun, und trüber auf mich herab!

Hüllen Schleier dich ein? Oder entfließen dir Thränen? Bist du, gleich mir, nagender Traurigkeit Raub, ein Erbe des Jammers? Deine strahlenden Brüder auch?

Ist das blaue Gewand leuchtender Sonnen voll, Und mit Monden besä't, nur ein Gewebe von Elend? Tönen die Sphären Einen ewigen Klageton?

Oder bin ich allein elend? Du schweigest mir, Unerbittlich auch du! dennoch ein Retter einst, Wann den Abend du bringest, Welchem folget kein Morgenrot!

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