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1777

55. Lied eines Unglücklichen

Friedrich Leopold Graf zu Stolberg

Brich nur, brich, du armes Herz! Ach wie blutet deine Wunde! Weide dich an deinem Schmerz Bis zu deiner letzten Stunde!

Aber hoffe nicht den Tod! Hoffnung könnte dich erhalten! Denke nur an deine Not, Und laß deine Not nur walten!

Ach! mein Elend läßt mich nicht, Nicht beim Essen, nicht beim Trinken, Tritt mir unters Angesicht, Steht zur Rechten, steht zur Linken!

Wenn ich bang zurücke seh, Hängt sich's an, wie eine Klette; Und wenn ich zu Bette geh, Legt es sich zu mir ins Bette!

Wird der Schreckenbilder Schwarm Noch mein dunkles Grab erfüllen? Nein, des Todes kalter Arm Wird in seine Ruh mich hüllen!

Herz, was hoffest du den Tod? Hoffnung könnte dich erhalten! Denke nur an deine Not, Und laß deine Not nur walten!

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