Du guter, alter, blinder Mann,
Wie ist mein Herz dir zugethan!
Nimm dieses Herzens heißen Dank
Für deinen göttlichen Gesang.
O hätt' ich deiner Lieder Macht!
Ich rief' dir durch der Gräber Nacht,
Du kämst, in Morgenrot gehüllt,
So hehr und freundlich, wie dein Bild;
Und reichtest mir die Strahlenhand;
Ich aber küßte dein Gewand;
Doch bald ermannte mich dein Gruß
Zu Handschlag und zu Lippenkuß.
Auch spräch' ich: was ich hab', ist dein!
Trink, alter Halbgott, diesen Wein!
Er rötet sich im Morgenland,
Am allerfernsten Mohrenstrand.
Nun tränkst du des Olympos Lust
Mit langen Zügen in die Brust.
Ich läs' auf deinem Angesicht:
Den neuen Nektar kannt' ich nicht!