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1775

37. Die Trümmer

Friedrich Leopold Graf zu Stolberg

Hier siehst du eines Zwingherrn Haus Gestürzt in Moder und in Graus, Der Uhu hauset drinnen! Auf dieser Stätte ruht sein Fluch,

Hier sprach er manchen feilen Spruch, Ließ Blut und Thränen rinnen! Er hat in mancher Taumel-Nacht Den Raub des Tages durchgebracht,

Geschmauset bis es tagte! Des Abends stand einmal allhier Vor seines Schlosses stolzer Thür Ein armes Weib und klagte:

„Der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Er hört des stolzen Frevlers Spott, Und hört der Witwe Klage! Er wog den Dränger und das Land;

Die Himmel sahn – in Gottes Hand Die fürchterliche Wage!“ Ein gottgesandter Schauer schleicht, Da seine leichte Schale steigt,

In des Tyrannen Glieder! Ihm fällt der Becher aus der Faust; Da's bang in seinen Ohren saust! Getroffen stürzt er nieder!

Die Rache Gottes eilte schnell, Sie rüstete den großen Tell, Das Vaterland zu retten; Die Dränger fielen! dieses Schloß

In Schutt versenkt, bedeckt mit Moos, Zeugt von zerbrochnen Ketten!

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