Sei mir gegrüsset, Gesang! so oft du vom
hohen Olympos
Zu mir kömst! willkommen in jeder wechselnden
Schönheit!
Wenn du auf leise bebenden Wallungen sanfter
Gedanken
Meine gleitende Seel’ in vertrauten Strömen
einherführst,
Wo mir Freuden blühen am Ufer, und Ruhe
mir schattet,
Oder, wenn du, mächtig mich führend, in stür-
mender Eile,
Ueber Meere starker Gefühle, sonder Gestade,
Meinen staunenden Geist den kreisenden Strudeln
entreissest,
Jzt mit flammenden Blizen die überhangende
Dräuung
Nächtlicher Wogen, und izt des Abgrunds Tie-
fen erhellend,
Sei mir immer gegrüßt mit überwallender Seele,
Heil dir, Göttlicher, Heil! Dir dank’ ich die
bessern Minuten,
Wenn mein ewiger Geist, in seinen Kräften sich
wiegend,
Schaffend winket, und schnell die neuen Schöp-
fungen tönen!
Heil dir, Göttlicher, Heil! Du führtest stra-
lenden Fluges,
Und auf Silbertönenden Schwanenflügeln, die
Seele
Meines trauten Schönborn zu mir von der hor-
chenden Themse!
Heil dir, Göttlicher, Heil! Du führest, stra-
lenden Fluges,
Und auf Silbertönenden Schwanenflügeln, die
Seele
Seines trauten Stolberg zu ihm vom Gestade
des Nordmeers!