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1748–1821

Der Gesang. An Schönborn.

Christian Graf zu Stolberg

Sei mir gegrüsset, Gesang! so oft du vom hohen Olympos Zu mir kömst! willkommen in jeder wechselnden Schönheit!

Wenn du auf leise bebenden Wallungen sanfter Gedanken Meine gleitende Seel’ in vertrauten Strömen einherführst,

Wo mir Freuden blühen am Ufer, und Ruhe mir schattet, Oder, wenn du, mächtig mich führend, in stür- mender Eile,

Ueber Meere starker Gefühle, sonder Gestade, Meinen staunenden Geist den kreisenden Strudeln entreissest, Jzt mit flammenden Blizen die überhangende

Dräuung Nächtlicher Wogen, und izt des Abgrunds Tie- fen erhellend, Sei mir immer gegrüßt mit überwallender Seele,

Heil dir, Göttlicher, Heil! Dir dank’ ich die bessern Minuten, Wenn mein ewiger Geist, in seinen Kräften sich wiegend,

Schaffend winket, und schnell die neuen Schöp- fungen tönen! Heil dir, Göttlicher, Heil! Du führtest stra- lenden Fluges,

Und auf Silbertönenden Schwanenflügeln, die Seele Meines trauten Schönborn zu mir von der hor- chenden Themse!

Heil dir, Göttlicher, Heil! Du führest, stra- lenden Fluges, Und auf Silbertönenden Schwanenflügeln, die Seele

Seines trauten Stolberg zu ihm vom Gestade des Nordmeers!

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