Wie dem erwachenden Jünglinge schnell im
bräutlichen Bette
Seine gaukelnden Träum’ auf nichtigen Flügeln
entschwinden;
Sonst umirrten sie, langsam schwebend, weilend
im Fluge,
Noch sein Haupt, wenn schon der Rosenwangi-
gen Stunde,
Und dem erbleichenden Stern der Liebe sein Auge
sich aufschloß;
Nun verschwinden sie schnell; denn neben sich
sieht der Beglückte,
Sein sanftathmendes Weib, in schlummernden
Reizen der Jugend,
Lieblich wie den thauenden Abend im blumigen
Thale.
Ach! sie erwacht! und öfnet Liebeschmachtende
Augen,
Wonnetrunken begrüßt sie der Blick des feutigen
Jünglings,
Wie den erröthenden Mond die flammende Son-
ne begrüsset!
Wie dem Jünglinge dann die Traumgestalten
entflattern,
So enteilen auch mir die bunten Träume des
Tages,
Und wie Zephyr der hangenden Spinne Gewebe
zerwehet,
So entschwindet auch mir das Gewebe geschäfti-
ger Stunden,
Wenn der Entzückung Sohn, der Gesang, in
goldenen Locken,
Tönend, von Harmonien umsäuselt, melodisch
einherschwebt!