Eins hab' ich noch bißher verschwiegen auch wolt’ ichs sagen nimm ermehr wie sich Florind’ um Zucht und Ehr ließ lieder-liederlich betriegen
weil aber sie mich stets verachtt Die Sonne war zur See gegangen die Lufft sach schwarzen Kohlen gleich. Man merkte kaum der Sternen Reich
und Zyntien verblaßte Wangen. Die Ober-Erde ging zur Ruh und hatte Sinn und Augen zu. Da kahm das stolze Tier Florinde
durch einen finstern Gang daher. Ich hatte mich gleich ungefehr gestrekket auff ein Heu-gebünde als diese geile Schäffer-magd
Seid ihr allhier Chorambus sagt. Sie hatte den der sich so nannte den Abend auff den Ort bestellt: die Tühr war aber zugekrellt
Ich der sie straks an Reden kannte Da hättstu Sprünge sollen sehen wie sie so plözlich zu mir kahm wie sie mich in die Arme nahm:
Ich ließ es unerkant geschehen und küßt’ als hätt’ ich grosse Lust an ihr die ganz entblößte Brust. Da war der Schaam nicht zugedenken.
Sie stekkte meine Hand wohin. Mich wundert daß damaal mein Sinn Gelegenheit hat den Verstand offt auff verbotne Lust gewannt.
Doch war diß schlecht mich zuberükken. Ich weiß nicht was am Rokke hing daß sie mit grosser Brunst umfing. Da hört’ ich Seuffzer fühlt’ ich drükken.
Was meine ihr wäre da geschehn hätt’ ich auff Tugend nicht gesehn? Drum stieß ich Sie gemach zurükke indehm so boll’ in guter Stund’
Melampus unser Hirten Hund: und dieses war mein höchstes Glükke daß ich nicht ihr Chorambus war. Indehm sie zu dem Hunde ginge
und streichelnd ihn zufrieden sprach: barg ich mich heimlich unters Dach das über einem Stalle hinge: weil sie mich nacher dar nicht fand
erhub sie sich ins Feder-land. Wer schleußt nu nicht auß diesen allen Chorambus sey das erste mahl nicht kommen in Florinden Stall
und was für Heu alldar gefallen. Wer klug ist kan es leicht verstehn was offt Florinden sey geschehn.
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