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[Vor grobes Eichen-Holz/ nu treuer Garten-wächter/]

Kaspar Stieler

Vor grobes Eichen-Holz nu treuer Garten-wächter Priapus den das Volk der Jugend ehrt und liebt die Jungfer lauschet an mit schmunzelndem Gelächter Nim diß mein Opfer hin daß eine Hand dir gibt

die deinem Schöpfer gleicht. Der Lenz bricht dir Violen und macht auß buntem Mohn dir einen Blumen-Kranz die Zeres pfleget dir ein Weizen-bund zu holen die frohe Winzer-schaar tuht um dich manchen Tanz

und schenkt dir roten Wein der Winter windet Sträuche von dem Oliven-Laub' und schlachtt sein junges Vieh vor deinem Erd-Altar. Ich lobe die Gebräuche und stelle mich auch ein zu küssen deine Knie

wiewol du keine hast. Zwar bring' ich schlechte Reime doch trozzen sie den Lentz Herbst Sommer Winters-Zeit. Nimstu sie gütig an: so sollen deine Bäume von Wurm und Donnerschlag und Dieben sein befreyt

Es soll die Schlangen-Zucht auß deiner Hütten weichen kein Dorn noch Nessel-strauch verlezzen deine Brust ein dikk-beschattend Laub soll dir Beschirmung reichen vor aller Sonnenhizz und schaffen kühle Lust

der Nordwind sol dich nie mit rauhem Schnee bewehen es soll kein Zapffen-eyß beschweren deinen Bart du sollst den Zedern gleich die feulung überstehen und halten in der Gluht auß auff Demanten-Art.

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