Vor grobes Eichen-Holz nu treuer Garten-wächter
Priapus den das Volk der Jugend ehrt und liebt
die Jungfer lauschet an mit schmunzelndem Gelächter
Nim diß mein Opfer hin daß eine Hand dir gibt
die deinem Schöpfer gleicht. Der Lenz bricht dir Violen
und macht auß buntem Mohn dir einen Blumen-Kranz
die Zeres pfleget dir ein Weizen-bund zu holen
die frohe Winzer-schaar tuht um dich manchen Tanz
und schenkt dir roten Wein der Winter windet Sträuche
von dem Oliven-Laub' und schlachtt sein junges Vieh
vor deinem Erd-Altar. Ich lobe die Gebräuche
und stelle mich auch ein zu küssen deine Knie
wiewol du keine hast. Zwar bring' ich schlechte Reime
doch trozzen sie den Lentz Herbst Sommer Winters-Zeit.
Nimstu sie gütig an: so sollen deine Bäume
von Wurm und Donnerschlag und Dieben sein befreyt
Es soll die Schlangen-Zucht auß deiner Hütten weichen
kein Dorn noch Nessel-strauch verlezzen deine Brust
ein dikk-beschattend Laub soll dir Beschirmung reichen
vor aller Sonnenhizz und schaffen kühle Lust
der Nordwind sol dich nie mit rauhem Schnee bewehen
es soll kein Zapffen-eyß beschweren deinen Bart
du sollst den Zedern gleich die feulung überstehen
und halten in der Gluht auß auff Demanten-Art.