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1632–1707

ViII. Liebe glaubt keinem Neide.

Kaspar Stieler

Und wo ich dirs Zelinde schenke so heiß' ich Peilkarastres nicht. Es denke doch nur einer denke was diese Marigelle spricht. Ich wär’ in ihr Gemach geschlichen

gleich als der Sonnen Gold verblichen da hätt’ ich mich wohin gelegt wo sie geheim zuschlaffen pflegt. Mein! worzu dienen doch die Lügen?

der Teuffel hat diß Spiel gesehn. hör! knarrten damahls auch die Stiegen als ich wolt’ in die Kammer gehn? Gefiel dies da ich dich umschlunge

und mich an deine Seite drunge? Sich Ruhm-maul wie bestehstu nu wer traute dir die Schnitte zu! Jezt fällt mirs ein. Das süsse Lieben

daß ich mit Rosilen geführt hat dich zu solchem Fund getrieben und mit der Neides-sucht gerührt. Nu merk’ ich was es soll bedeuten

daß du so neulich sachst zur Seiten als meine Lust Rosille kahm und mich sanfft in die Arme nahm. Es war nur um mich zuverstossen

meinstu Rosille glaube dir? Fürwahr du schlägest einen blossen mein Augen-wink gilt mehr bey ihr als wenn du hundert-tausend Eyde

würdst schweeren mir und ihr zu Leide. Rosille merkt es zugeschwind was Falschheit Trug und Finten sind. Du willst uns zwar zusammen hezzen

kommst aber heßlich kaal darvon. wir lachen der bescheinten Nezzen und sprechem allem Neide Hohn kein Fels ist je so fest gegründet

als unsre Liebe sich befindet. Stürm immer zu. Wir stehen fest als sich kein Berg bewegen läst. Drum denke nicht Zelinde denke

daß ein verfälschtes Lügen-Kind Rosillen von mir abelenke. Hättstu noch duppelt mehr ersinnt wird doch mein Schaz mich nimmer hassen

Gott lob daß ich nicht schüldig bin

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