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1632–1707

ViII. Felder-Freyheit.

Kaspar Stieler

Die Freud' hat sich auffs Land begeben. Was mach’ ich in der Stadt? Ein Narr ist der allhier zu leben Auff! spannet an den leichten Wagen

ich wil hin zu Rosillen jagen. Das Lach-gesicht der Charitinnen gibt ihr ein Lust-geleit. Auff! trag mich Pegasus von hinnen

zu ihrer Freundligkeit was acht’ ich dieser öden Gassen wenn sie die Rosilis nicht fassen Selbst Venus wil zur Hirtin werden

nu sie der Schaffe wacht. Der Amor fleuget um die Heerden und treibet ein zu Nacht. Erweiß mit melken umzugehen

und lernt den schlanken Drüschel drehen. Sollt’ ich mich denn des Pflügens schämen wenn sie mir Essen bringt mich um die Bauren-Arbeit grämen

wenn sie zu Abend singt ein Lied das jene frohe Felder der Echo schikken in die Wälder? Jezt brennt der Sonnen heisse Kerze

im wildem Hundes-stern: Was acht’ ich Hizze schrunden schwerze? ist nur mein Kind nicht fern. Bey Jhr und ihres Hamels Glokke

Zu Delfos schwieg die Pyte stille als Föbus war entbrannt Jhm liebt’ Admetus Schaaff-gebrülle als Amor ihn verband:

Auß Liebe pflegt ein Gott der Heerden; Um Rosilis um meine Schöne? um welch’ ich eine Stat nicht nur besondern alles höne

was Wäll’ und Mauren hat. Weg Memfis weg! weg alle Schlösser Rosillen Bauren-Hauß ist grösser. Die alte Welt wohnt’ in den Hütten

und aß die Eichel-nuß Jhr Trunk stund’ allen in der Mitten ein Brunn und heller Fluß da hat sich Fillis beygesezzet

und frey mit Koridon ergezzet. Da war kein Hüter der die Pforten in harte Riegel schloß die Freyheit war an allen Orten

in ihrer Freyheit groß Es liebt’ und herzte sich ein Jeder. Kommt ihr Gebräuche kommt doch wieder.

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