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1632–1707

ViII. Amor der Wieder-täuffer.

Kaspar Stieler

Verzeih mir daß von Rosilis und Mel’ ich Buschgen hier was bleibt meine Treu auch dir gewiß. Was hier von einer ist gedichtet

hab’ ich auff drey auß Schein gerichtet. Wenn dein verliebter Zukkermund mir die besüßten Küsse schenkte und mich mit solchem Labsal tränkte

der alle Krankheit macht gesund der süsse Honig meiner Liebe. Betrachtet ich den roten Schein in welchem deine Wangen blühen

wollt’ ich es auff die Rosen ziehen denn mustestu Rosille sein. Doch wirstu wol mein Buschgen bleiben ich mag dich wie ich will beschreiben.

Hätt’ ich dich Buschgen stets genannt der Leute spizziges Beginnen ist mir mehr als zuviel bekannt. Nu deinen Nahmen ich bescheinet

weiß mancher nicht wen ich gemeinet. So laß mich nu die Rosilis die Mele gleicher massen loben: Du Buschgen wirst allein erhoben

ob ich dich schon Dorinde hieß’ ach ich manches Lied auch lassen hören. Gedenkstu nicht wie du mich auch

bald Oridor bald Karpas nennest da du den Filidor nur kennest: Sich Schaz das ist auch mein Gebrauch den ich zu erst von dir gesehen

dem pfleg’ ich künstlich nachzugehen. Ein Herze hab’ ich nur allein Ein einger Geist bewegt mein Leben die ich durch hundert-tausend nennen

für meine Seele wil bekennen.

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