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1632–1707

ViI. Treugeliebt unbetrübt.

Kaspar Stieler

Es ist ein Ort in düstrer Nacht wo Pech und blauer Schwefel brenet deß holer Schlund nie wird erkennet als wenn ein Blizz ihn hettermacht

mit Schlam̃ und schwarzen Wasserwogen ist sein verfluchter Sizz umzogen. Megera denkt dar Martern auß mit ihren Schwestern denen Schlangen

um die vergifften Schläffe hangen. Dar ist die Grausamkeit zu Hauß da wohnet Neid und Wiederwillen man höret dar des Zerbers Brüllen.

Jxions Marter-rad ist da und Tantalus zum Durst verbannet. der Tizius steht außgespannet: und wüntscht sein Ende were nah.

Dar sind die außgehölten Fässer in Letens dunkelm Tod-gewässer. Zu dieser Hölen ist bestimmt wer mit der zarten Liebe spottet

wer gegen Amorn auff-sich-rottet und wieder Venus Waffen nimt treibt mit Verliebten Scherz und Possen: wird hier in Ketten eingeschlossen.

Hergegen ist ein grünes Tahl wo die beblühmten Weste kühlen. Hier höret man von Seiten-spielen von Lust und Freuden ohne Zahl.

die Felder blühn in bunten Nelken und Rosen welche nie verwelken. Hier wehet eine Zimmet-Lufft man höret dar ohn Ende schallen

den Schlag der muntern Nachtigallen hier ist kein Frost kein Nebel-dufft kein Blizz kein Donnerschlag noch Re- zieht schwarzen Wolken hier entgegen.

Hier ist ein milder Liebes-streit das junge Volk spielt mit Jungfrauen auff Elis bunten silber-auen. Scherz Liebe Lust und Fröligkeit

Vergnügung Ruh und süsses Lachen verkürzt ihr unauffhörlichs Wachen. Wol dehm der sich der Lieb’ ergiebt! der wird bekrönt mit Myrten-kränzen

geniessen dieses steten Lenzen. Wol dehm der keusch und treulich liebt! Jhn wird mit Sieg Triumff und singen der bleiche Charon überbringen.

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