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1632–1707

Vi. Gedenk wie du es hast getrieben.

Kaspar Stieler

Gleich als du hättest still gesessen als dir annoch das junge Bluht in deinem frischem Herzen wallte: Seht Kinder wie der Alte Kalte

die Heiligkeit nu hat gefressen Wie kunnt’ er doch in seiner Jugend den jungen Mägdchen schleichen nach wie wust’ er sie so schön zu grüssen

wie hielt’ er gern mit ihnen Sprach’ und kunnte weidlich sie zerküssen! iezt ist er keusch und lehret Tugend. Hör Alter denk auff deine Zeiten

und denk daß ich in diesen bin. Ich werde mich auch ernstlich halten wenn einst mein runzel-striemig Kinn in grauen Borsten wird veralten:

denn wil ich auch auff Erbar streiten. Wer weiß was unter deinen Haaren dem alten Schnee verborgen ist? die Alte sein auch offters Gekken

doch wissen sie mit Wizz und Lust die Narren-Kappe zu verstekken. Man hat der Tohrheit viel erfahren. Wir Jungen können nicht verschweigen

wenn uns ein Glükk willkommen heist. Straks müssens alle Leute wissen denn wird es an uns mißgepreist. Wir folgen Alten auff den Füssen

und man wil uns des Lasters zeugen.

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