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1632–1707

V. Besser ruhig lieben als mühsam Kriegen.

Kaspar Stieler

Eh ich wolte deiner missen Karilis mein schönstes Licht eh mir deinen Mund zu küssen ferner solte werden nicht:

wolt’ ich eh daß alles Kriegen müst’ in Pluto Pfülen liegen. Solt’ ich gleich mit Sieges-Zweigen fahren zum Kapitolin

auff den göldnen Wagen steigen durch Kapenens Pforte ziehn mit der Römer Schaar umgeben die mich Sieger hiesse leben.

Solt’ ich tausend Stäte haben fürchte mich der Szyten Land und der Nil’ in meiner Hand Solt’ ich Indien beherschen

ehrte mich das Reich der Persen: Wolt’ ich doch ohn dich Karille alles schlagen in den Wind: Besser bey dir in der Stille:

als wo Kron und Zepter sind die man mit Unruhigkeiten muß erhalten und bestreiten. Gerne wil ich bey dir pflügen

gern’ auff harten Gersten-stroh liebstes Kind Karille liegen gerne dreschen hölzen: wo ich bey dir nur möge leben

und zur Zeit ein Küßgen geben. Fahret hin ihr eiteln Krieger Hochmuht Beuten fahret hin hin ihr Bluht-besprengten Sieger!

Lieb’ und Ruh ist mein Gewinn. Fort hin wil ich bey den Schaffen forthin bey Karillchen schlaffen.

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