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[Und hätte dir diß Werk/ Geehrter/ nicht gefallen/]

Kaspar Stieler

Und hätte dir diß Werk Geehrter nicht gefallen so stünd' es nicht befelßt in seiner Zierligkeit. Dir dankt es nur allein sein' erstgebohrne Zeit auff-fort-wachs ia sich ganz. Dir hätt' auß andern allen

der Ober-plaz gebührt: doch nim es an für Willen daß ich den sechsten Ort dir dienstlich neige zu. Das ganze Buch ist dein. Was ich hierunter tuh' ist meiner Schüldigkeit Bezwängnüß zu erfüllen

Nim meine Neigung an und laß mich ferner gelten die Venus wird nicht nur von mir besungen sein iezt schwazzt Minerve mir ein anders Treiben ein forthin entzieh' ich mich des Zypripors Gewälten.

Ist mir die Fame stumm: hier wil ichs gerne leiden ich heiß' auch allzeit nicht der Hirte Filidor. Mein Nahm' ist sonst bekant. Wenn mich der Musen Chor bey Zirren reiner Fluht ließ um Parnassen weiden.

Hier such' ich keinen Ruhm. Doch wenn auch Marzialens wird bey der Welt gedacht: so steifft die Hoffnung mich es werde mich nicht ganz erstechen Morten Stich stürb' ich schon diesen Tag. Die Wahre darff des Prahlens

die Wehrt und selten ist. Gemeine Hempel-Männer das kleine Dokken-Werk wird offters ehr verkaufft als das wornach man auch in beydes Indien laufft. Wer schollt' ie Persen aus daß ihn der Flügel-renner

nach Zefeus Tochter trug. Wir schärfen uns im Lieben. Das Narr- und Fabel-werk bereitet unserm Sinn' aus diesen stiegen wir auff grosse Sachen hin: hat Opiz Flemming doch und Rist erst so geschrieben

daß diese Männer sich im Dichten mehr gezwungen gesteh' ich gern. Mir ist das Urtheil all zu schwach so bald der Eyfer wird in meiner Feder wach denn weiß ich keinen Halt. Katull hat so gesungen

sein Leben ward gelobt das Lied vor hoch geschäzzet Noch liest mans weit und breit. Halt an du frecher Kiel iezt übertritstu schon dein vorgestektes Ziel! Weistu warum du hast den Schnabel angesezzet?

Verzeih es Aegon mir: So geht mirs wenn ich schreibe. Zwölff Zeilen sollen erst zu dieser Zuschrift sein iezt wird mir fast ein Blat ein volles Blat zu klein. Gnug! Nim diß hin und glaub daß ich dein Diener bleibe.

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