Treues Kleebat dreyer Hirten die der Zesyr außgesezzt die kein Nordwind ferner hezzt an des Amors falsche Syrten.
Werden meine Venus-Grillen meiner Liebe Wiederwillen welch’ ihr in der Ruh verlacht auch bey Euch was sein geacht?
Was? geachtt? ich muß ja schreiben was die kühne Feder will besser was als in der Still’ allzeit um Vakunen bleiben.
Wenn die donnernde Melpose treibt auß ihrem ernsten Mose muß auß Venus Kanzeley nehmen seine Schreiberey.
Wo mich kan ein Beyspiel schüzzen zieh’ ich die Poeten an die dergleichen auch gethan mit Ergezzen und mit Nüzzen.
Wer die allzugrossen Lasten mag es tuhn. Ich bin zu schwach meine Schultern geben nach. Lieben das gepreißte Lieben
wekket meine Musen auff. Amatusens Myrten-Hauff’ Hat mein Feuer auffgetrieben. darmit straal’ ich. Nennt es Dünste
nennt es Thorheit oder Künste gönnt mir Venus einen Tanz: Wol! fahr hin du Lorbeer-Kranz! Wo Jhr noch nicht zu den Alten
alte Freunde seyd gezehlt wo ihr Freude noch erwehlt und vor wilde nicht zuhalten wird Euch was ich von dem Lieben
hab’ in diesem Zehn geschrieben eben so genehme sein als führt’ ich was ernstlichs ein. Freyer Geister freye Sinn
Denn ein Scherz und denn ein Schmauß müssen uns die Zeit gewinnen. Den hat Ammon nicht gemachet der nicht auch zuweilen lachet.
Besser ist es nie gelebt als in Sturm-sehn stets geschwebt. Kenn’ ich noch das alte Herze daß ihr habt vor dehm geführt
wie auch Euch offt Lust gerührt und wie ehmals Jhr im Scherze manches Liebes-Lied gesungen daß die Hütten wieder klungen:
Bild’ ich mir beglaubet ein diß werd’ Euch nicht wiedrig sein. Nehmt derhalben Liebste nehmet dieses frohe Venus-Werk
als ein kleines Gunst-gemerk. Venus wird ja nicht beschämet daß sie frische Rosen träget Die der Floren Garte heget.
Ein betrübter Amarant ist der Venus unbekant.
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