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1632–1707

N.A.

Kaspar Stieler

Vor grobes Eichen-Holz nu treuer Gar- ten-wächter Priapus den das Volk der Jugend ehrt und liebt

die Jungfer lauschet an mit schmuzelndem Gelächter Nim diß mein Opfer hin daß eine Hand dir gibt

die deinem Schöpfer gleicht. Der Lenz bricht dir Violen und macht auß buntem Mohn dir einen Blumen-Kranz

die Zeres pfleget dir ein Weizen-bund zu ho- len die frohe Winzer-schaar tuht um dich man- chen Tanz

und schenkt dir roten Wein der Winter win- det Sträuche von dem Oliven-Laub’ und schlachtt sein junges Vieh

vor deinem Erd-Altar. Ich lobe die Gebräu- che und stelle mich auch ein zu küssen deine Knie

wiewol du keine hast. Zwar bring’ ich schlech- te Reime doch trozzen sie den Lentz Herbst Sommer Winters-Zeit.

Nimstu sie günstig an: so sollen deine Bäu- me vor Wurm und Donnerschlag und Dieben sein befreyt

Es soll die Schlangen-Zucht auß deiner Hüt- ten weichen kein Dorn noch Nessel-strauch verlezzen deine Brust

ein dikk-beschattend Laub soll dir Beschir- mung reichen vor aller Sonnenhizz und schaffen kühle Lust

der Nordwind sol dich nie mit rauhem Schnee bewehen es soll kein Zapffen-eyß beschweren deinen Bart

du sollst’ den Zedern gleich die feulung über- stehen und’ halten in der Gluht auß auff Deman- ten-Art.

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