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1632–1707

N.A.

Kaspar Stieler

Und hätte dir diß Werk Geehrter nicht ge- fallen so stünd’ es nicht befelßt in seiner Zierligkeit. Dir dankt es nur allein sein’ erstgebohrne

Zeit auf-fort-wachs ia sich ganz. Dir hätt’ auß an- dern allen der Ober-plaz gebührt: doch nim es an für

Willen (zu. daß ich den sechsten Ort dir dienstlich neige Das ganze Buch ist dein. Was ich hier-

unter tuh' ist meiner Schüldigkeit Bezwängnüß zu er- füllen (gelten

Nim meine Neigung an und laß mich ferner die Venus wird nicht nur von mir besun- gen sein (ein

iezt schwazzt Minerve mir ein anders Treibe forthin entzieh’ ich mich des Zypripors Ge- wälten. (leiden

Ist mir die Fame stumm: hier wil ichs gerne ich heiß’ auch allzeit nicht der Hirte Filidor. Mein Nahm’ ist sonst bekant. Wenn mich der Musen Chor

bey Zirren reiner Fluht ließ um Parnassen weiden. Hier such’ ich keinen Ruhm. Doch wen auch Marzialens

wird bey der Welt gedacht: so steifft die Hoffnung mich es werde mich nicht ganz erstechen Morten Stich

stürb’ ich schon diesen Tag. Die Wahre darff des Prahlens die Wehrt und selten ist. Gemeine Hempel- Männer

das kleine Dokken-Werk wird offters ehr verkaufft als das wornach man auch in beydes In- dien laufft.

Wer schollt’ ie Persen aus daß ihn der Flü- gel-renner nach Zefeus Tochter trug. Wir schärfen uns im Lieben.

Das Narr- und Fobel-werkbereitet unserm Sinn' aus diesen stiegen wir auff grosse Sachen hin:

hat Opiz Flemming doch und Rist erst so ge- schrieben Daß diese Männer sich im Dichten mehr ge- zwungen

gesteh’ ich gern. Mir ist das Urtheil all zu schwach so bald der Eyfer wird in meiner Feder wach

denn weiß ich keinen Halt. Katull hat so ge- sungen, sein Leben ward gelobt das Lied vor hoch ge- schäzzet

Noch liest mans weit und breit. Halt an du frecher Kiel iezt übertritstu schon dein vorgestrektes Ziel!

Weistu warum du hast den Schnabel ange- sezzet? Verzeih es Aegon mir: So geht mirs wen ich schreibe.

Zwölff Zeilen solten erst zu dieser Zuschrift sein iezt wird mir fast ein Blat ein volles Blat zu klein.

Gnug! Nim diß hin und glaub daß ich dein Diener bleibe.

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