Mjt Lieben ist es so beschaffen: du must dich offters lassen straffen dein Ernst muß Spott und Tohrheit sein. Du must dich so bald anders stellen.
Redtstu vom Himmel sie spricht: Nein Kein ruhig Leben kanstu führen du must dich selbst in dir verlieren must lebend-todt todt-lebend sein.
du darffst nicht was dir gut dünkt sagen bewährstu daß und sie spricht Nein Dein Tag vergeht in Noth und Plagen die Nacht verschwindet dir mit Klagen
du kanst nicht schlaff-nicht wacheno sein hast du dich eins der Lieb’ ergeben und meinest froh zu sein. Ach nein! die Lieb ist mir ein Marterleben.
Offt mustu vor die Pforten nachten must Regen Frost und Schnee verachten must leiden und geduldig sein. Hört sie dich an mit tauben Ohren;
Verdruß hat manchen Raub verlohren. Der Neider Zungen mustu lachen must allzeit dich Politisch machen in alle Sättel eben sein.
Fragt iemand ob du diese liebest daß du dich nicht mit ihr betrübest. Was ihr gefället mustu preisen und iederzeit dich so erweisen
daß du nicht ihr mögst widrig sein. Hastu von ihr was fliegen lassen und sie befragt dich. Antwort: Nein damit sie dich nicht möge hassen.
Spielt sie: so laß sie nicht verlieren nur dir wil der Verlust gebühren. Dein Beutel muß stets offen sein durch Lieben kan man wenig haben:
kein Krösus wirstu werden. Nein die Jungfern lieben Gold und Gaben. Heist sie dich spöttlich von sich gehen must dumm und unempfindlich sein.
Auff ihr Verachten Schimpff und schelten mustu nicht zürnen. Nein ach nein! die Lieb’ ist sonder Stürme selten. Der Hoffnung Sorge Furcht und Sehnen
dürffstu dich nimmer abgewehnen must nimmer frey und deine sein. Drumb wil ich nun vom Lieben lassen. Wer kan die lieben Jungfern hassen?
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