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1632–1707

Ix. Abschieds-Gedanken.

Kaspar Stieler

Oherber Todes-stich! O Dornen-wort! Rosille lebe wol ich reise fort. O Elend sonder End! O Zentner-Pein! wird meine Seel’ alsdenn auch bey mir

Lebt doch mein Leben so wie todt in mir da ich mein Rosen-kind bin neben dir. wo meinen matten Geist dein Geist nicht bin ich ein kalter Leib und unbewegt.

Zerreiß verwirrtes Herz und weiche hin indehm ich noch bey ihr der Schönen bin. der Trauer-seuffzer den sie drüber läst ist der des Charons Schiff bald überbläst.

Gewünschte Sterbligkeit! besüßte Ruh! drükkt Sie Rosille mir die Augen zu. der Liebe lezter Dienst ein kalter Kuß wird machen daß ich todt auch leben muß.

Was wüntschest aber du Armer so? wird Rosilis dardurch auch werden froh? wird ihrer Augen Brunn denn stille stehn und ihr dein Sterben nicht zu Herzen gehn.

So lebe nu vielmehr denn bleibt noch Trost daß einsten Wiederkehr das bring’ herein mas dich vor Schmerzen nicht läst deine

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