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1632–1707

Iv. Sie liebet.

Kaspar Stieler

Soll denn salzgeschmolzne Trähnen Kummer Weh Ach Schmerzen ich einmahl von eurem Ende sagen? Verschwindet! ich werde beglükkt

die schöne Melene hat nach mir geschikkt. Sollte sie mich trösten wollen oder wird sie mir mein Urteil sprechen: wil sie sich mit Spotten an mir rächen?

Verschwindet Gedanken! sie liebt Manchen Tag hab’ ich geweinet wenn ihr nicht mein Leiden gieng zu Herze wenn ihr Sinn so war versteinet

daß sie nicht gedacht’ an meine Schmerzen: Nu ist es verkehret. Sie spricht Soll ich mich darauff verlassen oder spielt sie nur mit falschen Worten?

Ach! so wolt’ ich lieber blassen eh’ ich kähm’ an ihres Zimmers Pforten: Nein. Edeler Wahrheit Bestand bekrönt sie und beut mir die liebende Hand.

Nun fahr hin Mord-bringend Leiden Furcht Bekümmern Zweifelzagen wei- hin! ihr störer meiner Freuden! forthin hat mein Antliz außgebleichet.

Bekränzt mich und ruffet: Glükk zu! der Stürm ist vorüber mir bleibet die Ruh.

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