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1632–1707

Iv. Nacht-Lied.

Kaspar Stieler

Du blasser Mohn weistu auch was darvon daß ich hieunten klage? Du silber-heer

der Trähnen-Plage? Das weisse Licht der Sternen achtet nicht mein unerträglichs Leiden:

verwandeln diesen Fluß in Lust und Freuden. Wie offters trug der trüben Wolken-zug

Erbarmnüß mit mir Schwachen! Mein Schmerzen-Lied Künt’ ihr bewegt Gemüht’ auch weinend machen.

Der Himmel riß’ auff mein Bekümmernüß mit Hagel und mit Schlossen weil meine Brunst

von der Geliebten Gunst wurd’ außgestossen. Latern und Licht entdekket mich nur nicht!

kehrt ab das Judas-Feuer. Schaut mir nicht nach ihr Leute was ich mach’ ich armer Freyer.

Geht mich vorbey und fraget nicht wer ich sey doch wird mich wer erkennen: Der werde stumm.

ich wil mich hier kurz um nicht lassen nennen. Schweert und beteurt bey Ammon der da feurt

mit Blizz und Donner-schlägen: es sey niemand als der euch unbekant gewest zugegen.

So wüntsch’ ich euch daß ihr in Amors Reich’ erfreuet möget wohnen. Es fall’ euch Ruh

Lust und Vergnügen zu bey der Dionen!

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