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1632–1707

Iv. Keinem als mir.

Kaspar Stieler

Legere läst sich offters grüssen Legere läst sich offters küssen und komm ich ungefehr darzu Legere laß die Possen bleiben

laß dir den Mund nicht so bereiben ich achte hier nicht Fug noch Recht. Mir sind verdacht die Mutter Brüder die Schwester Freunde; ja ein ieder

und wär’ es meines Dieners Knecht. Vergib mir meine Furcht Legere. Der Jungfer Lust wehrt keine Wehre wil sie so hilfft kein halten nicht.

Der ihr verwahrtes Schloß entgliedet der Schlüssel ist bereit geschmiedet und niemand lebt dehm er gebricht. Es kan sich bald ein Schmeichler finden

der dein Gemühte kan entzünden und wer’ es auch so kalt als Eyß. Ich kenne zarter Weiber Sinnen wie schleunig der sie kan gewinnen

der nur die rechten Griffchen weiß. Biel Weiber sind auß Griechen rüchtig doch war nicht mehr als eine züchtig die listige Penelope.

Rom hat nur eine treu beschrieben die ihren Ehmann konte lieben die blutige Lukrezie. Ehr wird man schwarze Schwanen schauen

die Raben weißlich sehen grauen den Schnee abschiessen Kohlen gleich: als eine Jungfer sonder Wanken. Jhr Tuhn ihr Reden und Gedanken

wird auff das leichtste Windchen weich. Drum wiltu fromm und Erbar heissen mustu Leger’ auch dich befleissen zu meiden allen argen Wahn.

Verdacht wächst leichtlich auß den Tahten Kind willstu meinem Eyffer rahten

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