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1632–1707

Iv. Ehren-Griffe.

Kaspar Stieler

Was zükkstu denn zurükke wenn diese meine Hand versuchen wil ihr Glükke? fällt sie zu weit ins Land

Rosille wenn sie rühret was ihr ihr Jungfer Volk verdekket führet? Es wird einmahl doch kommen daß dir die grosse Scheu

Zu halten wird benommen. Was meinstu? tieffe Reu wird dich alsdenn umfassen wo du mir meine Lust auch hast gelassen.

Die unkostbahren Tücher betasten frey und sicher die süsse Wollust an den Händen die doch beben

wird so ein linder Strich nicht zugegeben. Ey! wärstu auß der Erden in Indien erbaut wo alle Weiber werden

ganz nakkend angeschaut: wollstu dich dar auch schämen und einen schlechten Griff vor übel nehmen. Die Haut am ganzem Leibe

ist dünkt mich einerley ob ich mich hieran reibe und gehe dort vorbey ist schlecht zu unterscheiden

Die Haut wird doch nicht ringer und bleibet unbeflekkt ob sich schon je ein Finger darüber außgestrekkt.

Man wird diß an nicht sehen ist schon ein Ehren-griff wohin geschehen. Du weist ich bin verschwiegen wo dir es darum ist

man möcht zuwissen kriegen daß meine Hand dich küßt: den Zulaß soll kein Mensch je auß mir hören. Drum zukke nicht zurükke

wenn diese meine Hand versuchen wil ihr Glükke. Es ist doch nur ein Tand zu fühlen das sich wehren

was bald ein ander wird mit Macht zerstören.

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