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1632–1707

IiI. Nacht-Glükke.

Kaspar Stieler

Wjllkommen Fürstinn aller Nächte! Printz der Silber-Knechte willkommen Mohn aus düstrer Bahn vom Ozean!

Diß ist die Nacht die tausend Tagen Trozz kan sagen: weil mein Schazz hier in Priapus Plazz’

erscheinen wird zu stillen meine Pein. Wer wird wie ich wol so beglükket sein? Beneidet himmlische Laternen weiß-geflammte Sternen

mit einem schälen Angesicht’ ach! mich nur nicht. kein Mensch als ihr nur möget wissen wie w

alle Welt hat seine Ruh bestellt wir beyde nur ich und mein Kind sind wach und Flammen ihr an Bronteus Wolken-dach’

Es seuselt Zefyr auß dem Weste durch Pomonen äste es seufzet sein verliebter Wind nach meinem Kind’

Ich seh es gerne daß er spielet und sie kühlet weil sie mir folgt durch die Garten-Tühr

und doppelt den geschwinden Liebes-tritt. Bring West sie bald und tausend Küsse mit! Was werd’ ich wenn sie kömmt gegangen an-doch erstlichst-fangen

Küß’ ich die Hand den Brust den Mund zur selben Stund’? Ich werd’ (ich weiß) kein Wort nicht machen die an Zier

den Göttern gehen für und auff diß Schönchen sein gewendet an erstaunen mich daß ich nicht reden kan. Komm Flora streue dein Vermügen

darhin wo wir liegen! Es soll ein bunter Rosen-hauf’ uns nehmen auff und Venus du sollst in den Myrten

uns bewirten biß das Blut der Röht’ herfür sich tuht. Was Schein ist das? die Schatten werden klar.

Still! Lauten-klang mein Liebchen ist schon dar.

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