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1632–1707

Ii. Schönheit gebiert Hochmuht.

Kaspar Stieler

Fjlidor lag in dem Schatten wo der gelbe Pregel-fluß durch Prutenens braune Matten ziehet seinen leisen Guß

da befielen ihn die Grillen von der falschen Erotillen. Jhr ihr unbewohnten örter wo die außgebrachten Wörter

meiner Brunst verschwiegen sein und die sachte Lufft der Westen höret meiner Quaal gebrösten. Hier dürff ich mein Leid beweinen

hier verräht mich niemand nicht wo den stummen Ufer-steinen nur die Treue nicht gebricht: werden bey euch außgegossen.

Erotill’ hat mich verführet Erotille derer Zier fast biß an die Wolken rühret. Wär’ ach! diß verborgen Jhr!

kommen so gewünscht zu steuer! Nu ist sie es worden innen als sie in die F da ward ihre Hoffart wach.

Seit der Zeit sie sich gesehen darff ich nimmer zu ihr gehen. Daher hab’ ich erst geweinet daher fing mein Elend an

weil nechstdehm mir nimmer scheinet was mir einig leuchten kan ihrer Blikke göldne Sternen wehrt die Venus nachzulernen.

Erst ist sie mir nachgerennet erst hieß sie mich stille stehn und da war ich nicht entbrennet hatt’ auff Liebe nie gesehn

Flegel Pflug Karst Rohr und Nezze waren meine Lust und Schäzze. Eine Zytter geel gefärbet bunte Seiten oben drauff

hat mir Daffnis angeerbet dar spielt’ ich zuweilen auff wenn ich von der Arbeit müde nachdacht einem Schäffer-Liede.

O wie offt kahm sie geschlichen auch wol mitten in der Nacht ist auch eher nicht gewichen biß ich mich ins Stroh gemacht.

Da hat sie sich offt beklaget daß es so geschwinde taget. Jhre Lämmer gingen weiden offtermals in meiner Trifft

Diß war darauff angestifft daß ich mit ihr reden solte. Denn so fragte sie bißweilen hastu nicht das böse Tiehr

heute morgen hören heulen? bleibe diesen Tag bey mir wie könt’ ich mich Schwache rächen Noch geschahen tausend Renke

Doch ich ließ mich nirgend ein biß ich einmahl bey der Tränke macht ein weinig mich gemein. Ja ihr milden Honigküsse!

Nu habt ihr nur Bitterkeit meinem Herzen eingestreut Nu ich euch nicht länger schmekke Da entglommen meine Flammen

damit wars umb mich getahn: Zwar dieweil wir noch beysammen kehret’ ich mich nirgends an aber da sie von mir flohe

und auff fremde Wiesen zohe: Götter weh! Indehme schwunden Zunge Mund Bluht Farb’ und Geist. Eh er sich zu recht gefunden

war der Sonnen Wagen meist in der braunen See gekühlet und die Räder abgespühlet.

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