Telesill' hör' auff zu weinen! worzu soll der Trähnen See? weinstu doch als Niobe eh bevor sie ward zusteinen
wie die arme Briseis tahte da sie auß der Freyheit trate. Zwar mein Stern rufft mich von hinnen iezt zieht man die Segel auff
iezt geh ich den Schmerzen-Lauff denn die Parzen kläglich spinnen: weil sie Leiden und Verdriessen dieser Reise drehen müssen.
Dennoch sind wir nicht getrennet. Filidor ist allzeit dein solt' er auch in Zimmern sein wo man keine Sonne kennet
deine Fakkel macht ihn lichte bey dem schwarzen Nacht-gesichte. Bey dem günstigem Süd-westen schweer' ichs Telesille dir:
dein verbleib' ich für und für. Gib mein Schiff den Felsen-ästen Zefyrs Bruder wo ich liege und mein liebstes Kind betriege!
Was mich zwinget abzuscheiden weistu Seelchen mehr als wol. Der gestrenge Norden-Pol wil mich dieser Zeit nicht leiden:
Ist sein Wüten denn verbrennet: haben wir auch außgetrennet. Ich wil durch geheuffte Zähren machen einen neuen Fluß
der soll diesen Balter-Guß meiner Qwaal zum Zeugnüß mehren. Nacht und Tag wil ich beweinen biß ich wieder werd' erscheinen.
Hab' indeß auff meine Treue Trautstes keinen bösen Wahn weil mich sieht der Himmel an weil ich mich der Sternen freue
weil mich wärmt mein schwaches Leben: werd' ich dir nur sein ergeben. Hiemit steig' ich in den Nachen. Schöne halt bey alter Gunst
laß dich keines Neides Dunst von der Lieb abspenstig machen. Nu es nehmen mich die Winde bleib geneiget deinem Kinde!
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