Buschgen henkt' ihr Häuptchen nieder und ließ herbe Seuffzer gehn die sonst muntern Augen-lieder hatte sie halb offen stehn
wie sie die verzukkten mahlen in Dionen Saalen. Der gehemmte Pulß der Hände schlug ganz sacht und langsam an
wie wenn einer nah' am Ende kaum das Herze rühren kan. Ihrer Wangen Rosen blichen Geist und wärme wichen.
Seban hatte sich geleget auff der liebsten Doris Mund und wie ein Verliebter pfleget als dehm alles war vergunnt
durfft' er sich mit tausend Schmäzzen öffentlich ergezzen. Ich vermerkte bald die Kreide daß diß treu-verliebte Paar
zu des Buschgen stillem Leide einig nur der Anlaß war drum wolt' ich sie gleicher massen küssend auch umfassen.
Bald ward ihr Gesichte helle rötlich ihrer Wangen Saal Muht und Leben kam zur Stelle: doch erseuffzt sie noch einmahl
dieses machte daß ich fragte was sie heimlich plagte. Nichts nicht (sprach sie) mich betrübet daß ich nicht zu Hause bin.
Meine Mutter die mich liebet kränket sich in ihrem Sinn wenn allein ich ohn begleiten geh bey späten Zeiten.
Töhricht müst' ich sein gewesen wenn ich nicht errahten solt' ihre Krankheit und genesen und was sie von mir gewolt
Doch verbarg ich diß mein wissen mit gehäufften Küssen. Unter diesen Liebes-Freuden fing ich sachtlich zu ihr an:
Schönes Kind ach! daß uns beyden gleiche Lust nicht werden kan die den zwey Verliebten heute Venus schenkt zur Beute.
Wenn es Gottes Wille wäre würde bald gemacht der Kauff ich entsage keiner Ehre gab sie mir zur Antwort drauff.
Und so ward diß scheinsam Lieben küssend unterschrieben. Doch was kunnte das verschlagen Küssen leschet nicht genug.
Ihre Schwermuht abzutragen war auch hier nicht Zeit noch Fug weil man bey der Lichten brandte uns zu sehr erkandte.
Magd wo bleibstu doch so lange Komm und zünd die Fakkel an denn man in dem dunkeln Gange leichtlich sich vertreten kan.
(rieff sie) und verließ die beyden in vergunten Freuden. Fragstu ob ich mit ihr gangen? freylich. Sollte das nicht sein?
Ihr bedrükken und umfangen machten mir den Weg zu klein daß eh wir es kaum vernahmen wir zur Haußtühr kahmen.
Dehm was weiter sich begeben hastu nicht zu forschen nach sie lescht selbst das Licht mein Leben boht mir an ihr Schlaaff-gemach.
Wär die Mutter nicht gewesen hätte sie genesen.
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