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1669

8. Amor/ der Wieder-täuffer

Kaspar Stieler

Verzeih mir daß von Rosilis und Mel' ich Buschgen hier was schreibe: so lang' ich Filidor verbleibe bleibt meine Treu auch dir gewiß.

Was hier von einer ist gedichtet hab' ich auff drey auß Schein gerichtet. Wenn dein verliebter Zukkermund mir die besüßten Küsse schenkte

und mich mit solchem Labsal tränkte der alle Krankheit macht gesund so wars Melinde die ich schriebe der süsse Honig meiner Liebe.

Betrachtet ich den roten Schein in welchem deine Wangen blühen wollt' ich es auff die Rosen ziehen denn mustestu Rosille sein.

doch wirstu wol mein Buschgen bleiben ich mag dich wie ich will beschreiben. Hätt' ich dich Buschgen stets genannt so möchte mancher auff dich sinnen

der Leute spizziges Beginnen ist mir mehr als zuviel bekannt. Nu deinen Nahmen ich bescheinet weiß mancher nicht wen ich gemeinet.

So laß mich nu die Rosilis die Mele gleicher massen loben: Du Buschgen wirst allein erhoben ob ich dich schon Dorinde hieß'

ach! ach Dorinde! der zu Ehren ich manches Lied auch lassen hören. Gedenkstu nicht wie du mich auch bald Oridor bald Karpas nennest

da du den Filidor nur kennest: Sich Schaz das ist auch mein Gebrauch den ich zu erst von dir gesehen dem pfleg' ich künstlich nachzugehen.

Ein Herze hab' ich nur allein so ist mir ein Leib nur gegeben. Ein einger Geist bewegt mein Leben so sollstu Buschgen einig sein

die ich durch hundert tausend nennen für meine Seele wil bekennen.

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