Verzeih mir daß von Rosilis
und Mel' ich Buschgen hier was schreibe:
so lang' ich Filidor verbleibe
bleibt meine Treu auch dir gewiß.
Was hier von einer ist gedichtet
hab' ich auff drey auß Schein gerichtet.
Wenn dein verliebter Zukkermund
mir die besüßten Küsse schenkte
und mich mit solchem Labsal tränkte
der alle Krankheit macht gesund
so wars Melinde die ich schriebe
der süsse Honig meiner Liebe.
Betrachtet ich den roten Schein
in welchem deine Wangen blühen
wollt' ich es auff die Rosen ziehen
denn mustestu Rosille sein.
doch wirstu wol mein Buschgen bleiben
ich mag dich wie ich will beschreiben.
Hätt' ich dich Buschgen stets genannt
so möchte mancher auff dich sinnen
der Leute spizziges Beginnen
ist mir mehr als zuviel bekannt.
Nu deinen Nahmen ich bescheinet
weiß mancher nicht wen ich gemeinet.
So laß mich nu die Rosilis
die Mele gleicher massen loben:
Du Buschgen wirst allein erhoben
ob ich dich schon Dorinde hieß'
ach! ach Dorinde! der zu Ehren
ich manches Lied auch lassen hören.
Gedenkstu nicht wie du mich auch
bald Oridor bald Karpas nennest
da du den Filidor nur kennest:
Sich Schaz das ist auch mein Gebrauch
den ich zu erst von dir gesehen
dem pfleg' ich künstlich nachzugehen.
Ein Herze hab' ich nur allein
so ist mir ein Leib nur gegeben.
Ein einger Geist bewegt mein Leben
so sollstu Buschgen einig sein
die ich durch hundert tausend nennen
für meine Seele wil bekennen.