Du süßbeliebtes Honig-kind Barbillchen Labnüß meiner Seelen der Indiens süsse Zukker-hölen an Anmuht nicht zugleichen sind.
Ich wil es daß es alle wissen warum ich dich so offt muß küssen. Der Zukker-trozz der Nektar-Wein der in den göldnen Demant-schaalen
springt bey der Götter Feyermahlen macht daß sie ewig trunken sein weil deß Geschmakks des Zukker-süssen sie nimmer mögen satt geniessen.
Dein unverglichner Labsal-Mund ist solch' ein Nektar meinem Herzen für meiner Liebe Wermuht-Schmerzen. Was auß Hymettens bunten Grund'
am Morgen die bemühte Biene äzzt ab ist deiner Jugend grüne. Süß ist der göldnen Haare Band süß deiner Stirne rund umfangen
süß die Zinober-rote Wangen süß deiner Augen heller Brand. Dem Lippen-tau dem Zukker-reichen muß süsser Alakant auch weichen.
Dein Atem süsser denn Kaneel süß deines Halses schmale Länge süß deiner Brüste Perl-gepränge süß ihr' Inwohnerinn die Seel.
Süß deine Rede süß dein Lachen dein Schlaffen süsser ach! dein wachen. Süß deine Kleider süß dein Rokk das Fuppchen drein ist süß darneben
du weist was du mir drauß gegeben. Barbillchen süsse Zukker-dokk' Ich schmekke dünkt mich noch die Gaben die auch die Todten können laben.
Das süsseste so an dir ist muß ich ungerne zwar verschweigen doch kan es über alles steigen was je die Sterblichen versüßt.
Die Süsse so es von sich giebet macht Leib und Geist zugleich verliebet. Man sagt wol daß was süssers nicht sey als der sanffte Schlaaff zufinden?
das kan ich leicht daher entgründen: als neulich uns verschwandt das Licht war mir das wachen also süsse daß ich den Schlaaff drum fahren liesse.
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