So hat denn nu die eine Nacht
ein Tag treu-brüchig dich gemacht
das heißt mit falschen Eydes-schwüren
ein allzu gläubig Kind verführen.
Ich war ia noch in Szyten [nicht]
noch wo ein schwarzes Mohr-gesicht
in Afriken im Schweisse fliesset
noch wo der Tyger sich ergiesset.
Ja wenn mein Schiff im Meere stünd
und mich ein ungestümer Wind
wor hätt' in Indien getragen
so wolt' ich nicht ein Wörtchen sagen.
Nu sind nur wenig Stunden hin
daß ich nicht Leichte bey dir bin
und du du bist schon umbgewendet
und hast dich fremder Gunst verpfändet.
Es trennt uns kaum das dritte Hauß
und deine Treu ist schändlich auß
es sind die Worte mit den Winden
geflohen zu des Meeres Gründen.
Wie ist der reinen Keuschheit wehrt
doch dieser Zeit so ganz entehrt
ich müste fast die Welt durchgehen
doch würd' ich kaum Perillen sehen.
Nichts bessers kan ein Weibes-Bild
als daß sie Treu mit List vergillt
und meisterlich weiß zubetriegen
mit Schmeicheln Spott und schlimmen Lügen.
Kein Blat wird durch den Ost und Nord
so ungewiß getrieben fort,
als ihre flüchtige Gedanken
bald hier bald dorthin zweiffelnd wanken.
Weil du denn nu verhärtet bist
und dir gefällt die leichte List
so laß ich dir den Wetterwillen
und wil mich gerne gerne stillen.
Doch wüntsch' ich daß der Amor dich
mit Pfeilen rühre kräfftiglich
und daß um den du mich verlassen
der wie du mich dich möge hassen.