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5. Liebes-streit. Gedanken

Kaspar Stieler

Ich sach mit einer einen scherzen da fiel die Rosilis mir ein. Was? fiel erst Rosilis mir ein als ich die beyde sahe scherzen?

die Rosilis ist allzeit mein und schwebet stets in meinem Herzen. Es schmazzten vier Korallen-Lippen da dacht' ich auff Rosillen hin.

Dacht' ich auff ihre Lippen hin als schmazzten vier Korallen-Lippen? Nein! Lauter Rosen und Rubin sind ihres roten Mundes Klippen.

Ich sach zwey Liljen-Hände drükken so weiß auch ist Rosillen Hand. Ist weisser nicht Rosillen Hand wenn sie die meinen pflegt zu drükken?

Nicht Schnee noch Wolle hält Bestand für ihrer Hände silber-blikken. Ich sach vier Arme sich umfassen so liebt die Rosilis auch mich.

Wie? liebt die Rosilis so mich durch ihr besüßtes Arm-umfassen? Die Tugend hat sie mehr bey sich was übrig wil sie zu- mir -lassen.

Es waren in dem Busen Hände: So treib' ichs mit Rosillen auch Mein! leidet Rosilis diß auch und läßt darinnen deine Hände?

Rosill' hat dieses nicht im Brauch so wende nu dein Rühmen wende. Sie sahen sich beyd' an und lachten: so dacht' ich lacht die Rosilis.

Wer sagt was von der Rosilis wie ich und Sie zusammen lachten? Ja wenn ich Koridon schon hieß sprach' ich es nicht sie zu verachten.

Es war nur ein Gemüht in zweyen: so ist die Rosilis gesinnt. Ja freylich ist sie so gesinnt es lebt nur ein Geist in uns Zweyen.

Ach! sollt' ich Rosilis mein Kind darüber mich nicht herzlich freuen. Laß andre lachen laß sie klagen laß herzen scherzen und was mehr.

Ich dürff kein Zeugnüß Herze mehr als dein bey meinem hingehn klagen. Rosille liebt mich noch so sehr als ich beschreiben kan und sagen.

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